Gestern fand der 19. Landesparteitag der Piratenpartei Hamburg statt.
Ziel der Versammlung war die Findung eines neuen Vorstandes.
Das Ziel ist erreicht, doch entspricht das Ergebnis nicht ganz meinem Wunsch, aber das ist nicht der Inhalt dieses Beitrags.

Ich möchte mich mit dem vergangenen Vorstand beschäftigen.
Genauer mit einem Vorstandsmitglied, der während seiner Amtszeit die landesweite Mailingliste gemieden hat und einem, der die Kommunikation mit der Basis eingestellt hat.
Diese Konzentration auf zwei Personen ist deren Verhalten auf dem LPT geschuldet.

Wie üblich kommt es bei Kandidaten-Befragungen auch mal zu kritischen Fragen oder aber auch mal zum verbalen Schlagabtausch.
Da gibt es kein Zweifel.

Was aber nicht passieren sollte, sind Frage, die vom eigenen Fehlverhalten ablenken sollen.
So wurde von einem ehemaligen Beisitzer an JEDEN Kandidaten die Frage gestellt, ob sie sich schützend vor ein „schwaches Mitglied“ stellen würden, wenn ein etabliertes Mitglied dieses massiv angeht.
(Diese Frage wurde jedesmal mit verschiedenen Worten gestellt, daher habe ich die Frage verallgemeinert zusammengefasst)
Eine weitere Frage, die an alle Kandidaten gestellt wurde ist, ob eine Ordnungsmaßnahme ein geeignetes Instrument ist. (Auch hier ist die Frage „zusammengefasst“ und nur die Summe der gestellten Fragen mit der gleichen Absicht)

Was ich aus den gestellten Fragen erkennen konnte, ist der Versuch die Kandidaten dazu zunötigen, eine Aussage zutreffen, die das eigene Verhalten in der Vorstandszeit rechtfertigen.
War die Antwort nicht ausreichend um den Kopf des Fragestellers aus der Schlinge zuziehen, so wurde nachgebohrt, es entstanden sofort Zwiegespräche und verbale Angriffe, die teils so weit unter die Gürtellinie gingen, dass es fraglich ist, ob hier noch die Würde des Menschen beachtet wurde.
Vorwürfe an einen Kandidaten konnten sogar noch vor Ort entkräftet werden konnten.
Die Fragen klangen jedesmal wie in einem Gerichtstermin, immer mit dem gleichen Tenor: „Ist es nicht so, dass…“ um die Antwort passend hinzubiegen.

Es wurde auch hier, diesmal nicht mit Ordnungsmaßnahmen, versucht ein Mitglied der Piratenpartei Hamburg in die soziale Isolation zu treiben.
Kurz: Hier wurde jemand ganz gezielt in Misskredit gebracht.

Die gesamte Amtzeit hat die vergangene Vorstand die Möglichkeit gehabt mit der Basis und einzelnen Mitgliedern ins Gespräch zugehen, dies wurde vollumfägnlich versäumt.
Ausnahmen sind Einzelgespräche, die auch ich geführt habe, aber öffentliche Diskussionen wurden kategorisch gemieden.
Auf dem LPT wurde endlich wieder gesprochen, doch leider in einer Art und Weise, wie es sich zwischenmenschlich nicht gehört.

Schon unmittelbar vor dem LPT musste ich folgendes auf Twitter lesen:
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Dies Verhalten ist menschenverachtend und einfach nur geschmacklos.

Wir Piraten stehen für eine offene Gesellschaft, in der die Privatsphäre jedes einzelnen zu wahren ist, dies wurde leider nicht vorgelebt, obwohl ein Vorstand auch eine gewisse Vorbilds- und Leitfunktion hat, mal von organisatorischen Arbeiten abgesehen.

Ich gratuliere dem neuen Landesvorstand und wünsche ihm viel Erfolg bei seiner Arbeit, die auch eine hoffentlich rechtzeitige Bewältigung von Problemfällen beinhaltet.

Ich danke dem Maik für die wieder sehr gute, Versammlungsleitung und dem Stefan für die Wahlleitung.